SachsenEnergie bindet HOCHTIEF für das neue Flusswasserwerk in Dresden

Große Verantwortung braucht starke Partner (v.l.n.re.): Heinrich Hünting (Abteilungsleiter Wirtschaft, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Frank Bösenberg (Geschäftsführer Silicon Saxony), Hagen Schroth (Niederlassungsleiter Berlin-Brandenburg HOCHTIEF Infrastructure), Dr. Frank Brinkmann (Vorstandvorsitzender SachsenEnergie), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Stadt Dresden); Copyright: Martin Förster
Große Verantwortung braucht starke Partner (v.l.n.re.): Heinrich Hünting (Abteilungsleiter Wirtschaft, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Frank Bösenberg (Geschäftsführer Silicon Saxony), Hagen Schroth (Niederlassungsleiter Berlin-Brandenburg HOCHTIEF Infrastructure), Dr. Frank Brinkmann (Vorstandvorsitzender SachsenEnergie), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Stadt Dresden); Copyright: Martin Förster

Mit der symbolischen Spatenübergabe am 3. Juni 2026 hat SachsenEnergie einen entscheidenden Schritt für die künftige Industriewasserversorgung des Dresdner Halbleiterstandortes erreicht. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden übergab der Kommunalversorger die Spaten an HOCHTIEF, den beauftragten Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des neuen Flusswasserwerks. Die hpm Henkel Projektmanagement GmbH begleitet das Vorhaben seit Februar 2024 mit Leistungen der Projektsteuerung und Projektleitung.

Das neue Flusswasserwerk entsteht im Gewerbegebiet Übigau, rechtselbisch unterhalb der Flügelwegbrücke. Ab Ende 2030 soll es die Chiphersteller im Dresdner Norden über zwei neue Leitungen mit Industriewasser aus der Elbe versorgen. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung nachhaltig zu trennen und beide Systeme zukunftssicher aufzustellen.

Industriewasser für den Dresdner Norden

Der Ausbau der Mikroelektronik im Dresdner Norden stellt hohe Anforderungen an die Wasser-, Energie-, Abwasser- und Verkehrsinfrastruktur. Das Flusswasserwerk ist deshalb ein wesentlicher Baustein, um der Halbleiterindustrie eine stabile Wasserversorgung zu sichern und zugleich die Trinkwasserressourcen für die Bevölkerung zu entlasten.

In Spitzenzeiten kann die geplante Anlage täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen. Rund 80 Prozent des genutzten Wassers sollen nach der industriellen Nutzung über die Stadtentwässerung gereinigt in die Elbe zurückfließen. Selbst bei Niedrigwasser werden weniger als 0,23 Prozent des Elbwassers entnommen, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt. Die Erweiterungsfähigkeit der Anlage wurde bereits mitgedacht.

Auf gute Zusammenarbeit: Vorstandsvorsitzender SachsenEnergie Dr. Frank Brinkmann (li.) mit Hagen Schroth, Leiter Building Berlin-Brandenburg und Standortleiter für den Raum Dresden der HOCHTIEF Infrastructure GmbH, die das neue Flusswasserwerk bauen wird; Copyright: Martin Förster

Generalübernehmer bündelt Planung, Genehmigung und Bau

Mit HOCHTIEF hat SachsenEnergie einen Generalübernehmer beauftragt, der die zentralen Aufgaben für Planung, Genehmigung und Bau des Flusswasserwerks bündelt. Für das Projekt ist das ein wichtiger organisatorischer Schritt: Ein Industriebauwerk dieser Größenordnung erfordert eine enge Abstimmung von Hochbau, Anlagenbau, Verfahrenstechnik, Wasserrecht, Naturschutz, Terminplanung, Kostensteuerung und späterem Betrieb.

SachsenEnergie-Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Brinkmann ordnet ein: „Die Beauftragung als Generalübernehmer ist ein entscheidender Schritt für dieses große Projekt. SachsenEnergie hat der Halbleiterindustrie das Versprechen für eine stabile Wasserversorgung gegeben. Wir haben volles Vertrauen, dass wir gemeinsam mit HOCHTIEF Motor und Ermöglicher für die Region und die sächsische Industrieansiedlung in Dresden sind.“

Auch für die Finanzierung ist der Rahmen klar benannt: Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung inklusive Transportleitungen liegen nach derzeitigem Stand bei über 300 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden beteiligen sich zusammen mit 150 Millionen Euro, davon bis zu 100 Millionen Euro aus dem Freistaat und 50 Millionen Euro von der Stadt. SachsenEnergie trägt einen großen Teil der weiteren Kosten und legt die Ausgaben für Industrie- und Trinkwasserversorgung verursachergerecht um. Haushaltskunden sollen keine Kosten tragen, die der Produktion von Industriewasser zuzurechnen sind.

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Weitere Informationen
MDR SACHSENSPIEGEL vom 03.06.2026

Anspruchsvolle Projektsteuerung an der Elbe

Für unser Team ist das Flusswasserwerk ein komplexes Infrastrukturprojekt mit hohen technischen und genehmigungsrechtlichen Anforderungen. Hpm übernimmt die Projektsteuerung und Projektleitung in Anlehnung an AHO-Heft 9, Projektstufen 1 bis 5 und Handlungsbereiche A bis E. Dazu gehören unter anderem die Mitwirkung bei der Bedarfsplanung, die Planungskoordination, das Kosten- und Terminmanagement, das Genehmigungsmanagement sowie die Begleitung des komplexen Generalübernehmer-Vergabeverfahrens.

Besondere Anforderungen ergeben sich aus der Lage an der Elbe, der Rohwasserentnahme, den wasser- und naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der parallelen Deichertüchtigung durch die Landestalsperrenverwaltung. Das geplante Industriebauwerk umfasst ein Bauvolumen von rund 165.000 Kubikmetern BRI und entsteht auf einer Grundstücksfläche von etwa 17.000 Quadratmetern. Neben dem Wasserwerk selbst sind die Transportleitungen in den Dresdner Norden ein zentraler Bestandteil des Gesamtsystems; die Arbeiten daran laufen bereits seit 2024.

Überblick Industriewassersystem Dresden; Quelle: SachsenEnergie

Nächste Schritte bis zur Inbetriebnahme

Die Baugrunduntersuchungen für das neue Flusswasserwerk sind größtenteils abgeschlossen. Als nächster baulicher Schritt steht die Ertüchtigung des Hochwasserschutzdeichs in Übigau durch die Landestalsperrenverwaltung an. Nach Vorliegen der notwendigen Genehmigungen und der Detailplanung soll der Baustart für das Wasserwerk folgen.

Bis zur geplanten Inbetriebnahme Ende 2030 wird der steigende Wasserbedarf der Industrie durch eigenwirtschaftliche Investitionsmaßnahmen in die Trinkwasser-Infrastruktur seitens SachsenEnergie gedeckt. Die Dresdner Neuesten Nachrichten verweisen in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Rolle des Wasserwerks Hosterwitz als Zwischenlösung sowie auf die laufenden Leitungsarbeiten in den Dresdner Norden.

Infrastruktur als Voraussetzung für Wachstum

Der aktuelle Meilenstein zeigt, welche Bedeutung leistungsfähige Infrastruktur für die Entwicklung des Dresdner Halbleiterclusters hat. Neue Produktionskapazitäten entstehen nicht allein durch einzelne Werksgebäude, sondern durch belastbare Systeme für Wasser, Energie, Abwasser, Verkehr und Flächenentwicklung. Das Flusswasserwerk schafft hier eine wesentliche Grundlage für Versorgungssicherheit und weiteres industrielles Wachstum.

Zugleich hat das Projekt Signalwirkung über Dresden hinaus. Erfahrungen aus der Projektentwicklung werden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert bringt den Standortnutzen auf den Punkt: „Das Projekt ist ein zentraler Baustein, um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken. Die Erfüllung hoher Nachhaltigkeitsstandards spielt bei den Investitionsvorhaben der Chip-Industrie eine wichtige Rolle. Mit dem neuen Flusswasserwerk schonen wir die wertvolle Ressource Wasser und schaffen Versorgungssicherheit für den wachsenden Halbleiterstandort Dresden.“ Für hpm ist das Vorhaben damit ein Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur, Standortentwicklung, Ressourcenschutz und professionelle Projektorganisation zusammengeführt werden müssen.

Wir freuen uns, SachsenEnergie bei diesem anspruchsvollen Vorhaben weiterhin als Projektsteuerer begleiten zu dürfen, und danken unserem Auftraggeber sowie allen Projektbeteiligten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.